Heimsuchung – eine Jahrhundertgeschichte: Ein Haus am See, eine Familie und ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte

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Am 15. Oktober kommt – ein guter Grund mal wieder ins Kino zu gehen – kommt ein Film ins Kino, der eine einfache Frage stellt: Was erzählt ein Haus, wenn man ihm hundert Jahre zuhört?

Ein Grundstück an einem See in Brandenburg. Ein Haus, das gebaut wird, bewohnt wird, verloren geht und weitergegeben wird. Menschen, die kommen und gehen. Und dahinter ein Jahrhundert, das sich nicht um sie schert: Weimarer Republik, Nazizeit, Krieg, DDR, Mauerfall.

Das ist „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte”, der neue Film von Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel”) nach dem Roman von Jenny Erpenbeck.

Der Trailer

Worum geht es?

Am See stehen zwei Grundstücke. Auf dem einen baut ein Architekt mit seiner Frau ein modernes Haus. Auf dem anderen liegt der Garten einer jüdischen Familie, die ihn bald wieder verkaufen muss. Später ziehen eine Schriftstellerin und ihr Mann ein, die die Nazizeit im sowjetischen Exil überlebt haben. Ihre Enkelin verbringt hier ihre Sommer, bis die Mauer fällt.

Die Figuren haben im Roman oft keine Eigennamen: der Architekt, die Schriftstellerin, die Tuchfabrikanten. Das Haus ist die eigentliche Hauptfigur.

Besetzung (Auswahl): Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, Ulrich Matthes, Angela Winkler, Detlev Buck, Michael Maertens, David Bennent. Drehorte: unter anderem am Scharmützelsee bei Bad Saarow, am Templiner See und im Studio Babelsberg. Laufzeit: rund zwei Stunden. Ab 12 Jahren. Mehr Details gibts für tiefer Interessierte auf Wikipedia.

Warum erzählen wir das bei Growdy?

Weil dieser Film genau von dem handelt, was uns hier beschäftigt: Was geben Generationen weiter, und was geht verloren, wenn niemand es aufschreibt?

  • Ein Ort, viele Leben. Ein Haus kennt mehr Geschichten als jede Familie, die darin gewohnt hat.
  • Was weitergegeben wird. Banales bekommt Bedeutung – Gartenpflanzen, Möbel, Redewendungen. Aber auch Leben, Erfahrungen, Liebe und viel Leben. Manches bleibt, vieles verschwindet.
  • Die Sommer der Enkelin. Eine Zeit, die in keinem Geschichtsbuch steht und für einen Menschen doch alles bedeutet.

Das ist die Idee hinter unserem Museum des Lebens: bewahren, was sonst nirgends steht. Mit den Sprüchen unserer Eltern haben wir angefangen. Dieser Film zeigt, was es sonst noch zu bewahren gäbe.

Der Regisseur im Gespräch

Schlöndorff hat nach eigener Aussage keinen Film gedreht, der sich einer Handlung unterordnet. Er wollte Augenblicke zeigen und „einfach nur Leben einfangen”, und er verzichtet bewusst auf Jahreszahlen. Mit dem Wort „Heimat” kann er wenig anfangen, sie sei bei ihm „im Kopf”. Als Vorbild für das Haus am See nennt er Einsteins Sommerhaus, das dieser nach der Machtübernahme der Nazis verlassen musste.

Wer ihn selbst hören möchte:

Beide Videos sind Angebote der Sender. Wir verlinken sie, damit Du sie dort ansehen kannst, wo sie hingehören.

Mein Eindruck

Nicht nur die Tatsache dass der Film in Brandburg spielt (meine Familie hatte auch mal ein wohl sehr modernes Haus in Berlin), Schöndorf, Architektur und unsere deutsche Geschichte – aus Perspektive einer Famile über ein Jahrhundert – spricht mich doch so sehr an, dass ich mir denke mal wieder ins Kino zu gehen.

Schon gesehen? Erzähl es uns

Und jetzt Du: Gibt es ein Haus in Deiner Familie, das mehr erzählen könnte? Das Elternhaus, die Wohnung der Großeltern, das Gartenhaus am See. Schreib uns auf das Growdy-Board (Pinnwand) einen Zettel dazu: Wer hat dort gewohnt, was war besonders, was ist heute daraus geworden?

Noch besser: Geh den Film mit Deinem Generationenpartner an. Zwei Plätze, zwei Blickwinkel, und danach ein Gespräch.


Quellen: FILMSTARTS, kino.de, epd Film, tip Berlin, Regie-Notiz bei freitag.de (in Kooperation mit dem Verleih). Stand: 12. Oktober 2026. Kinostart und Laufzeit bitte kurz vor Veröffentlichung gegenprüfen.

Growdy-Board (Pinnwand)

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